Programm 2019/2020 – 8. Konzert

8. Konzert | SA | 18.04.20 | 19.30 Uhr

Kammerorchester O/Modernt

Unter der Leitung des Geigers Hugo Ticciati ist das O/Modernt Kammerorchester zu einem integralen Teil der Vison von O/Modernt (Schwedisch für „unmodern“) geworden. In spannenden Konzerten erforscht O/Modernt die Beziehung von Werken alter Komponisten und dem künstlerischen und geistigen Schaffen der zeitgenössischen Kultur, sei das in der Musik, der Kunst, dem Theater, dem Film oder auch der Literatur.

Das Orchester, das sich aus jungen Topmusikern aus ganz Europa zusammensetzt, erarbeitet vielseitige, ungewöhnlich Programme und arbeitet mit weltbekannten Solisten, Jazzmusikern oder auch Rappern zusammen. Es spielt alles, von mittelalterlichen Motetten und Bach bis zu Webern und Metallica.

Trotz oder gerade wegen ihrer Jugendlichkeit, die gepaart ist mit allerhöchster Virtuosität, wird die Gruppe auch international immer bekannter, mit Konzerten etwa in der Wigmore Hall London, dem Konzerthaus Berlin, dem Wiener Musikverein oder auch dem Muziekgebouw aan ’t IJ in Amsterdam. Es bereitet den Musikern größtes Vergnügen, mit ihren Konzerten und Education-Projekten auf Reisen zu sein, ob in Schweden und England, oder in ferneren Ländern wie Indien und Thailand.

Die Essenz des Orchesters ist die Idee, wie sie Gilles Deleuze in seiner Philosophie des „Werdens“ beschreibt: Ein Prozess der Veränderung, des Fliehens oder der Bewegung innerhalb einer Gemeinschaft, wobei letztere nicht als organisches Ganzes sondern als eine Sammlung individueller Elemente unter einem metamorphosen Zusammenhalt gesehen wird. Bei Deleuzes Vorstellung vom „Werden“ reicht ein Element hinein in den Bereich des anderen, ändert dabei seine Wert und lässt so eine neue Einheit entstehen.

Hugo Ticciati – Violine

Neben seiner Leidenschaft, Musik aus allen Epochen und Traditionen zu erarbeiten, gehört das Herz von Hugo Ticciati der zeitgenössischen Musik. Man hört ihn in Sälen wie der Mariinsky Theatre Concert Hall, der Chicago Symphony Hall, der Wigmore Hall in London oder dem Berliner Konzerthaus, häufig mit Werken, die für ihn geschrieben wurden z.B. von Sven-David Sandström und Tobias Broström. Seine Geige wurde 1751 von Guadagnini gebaut.

Häufig wird ihm angetragen, Programme mit einer „speziellen Note“ zu entwickeln, für die er dann mit dem Scottish Chamber Orchestra, dem Basler Kammerorchester und seinem eigenen O/Modernt Orchestra zusammenarbeitet.

Hugo ist künstlerischer Leiter seines eigenen Festivals, das in Stockholm stattfindet. Im Juni jeden Jahres erlebt deshalb eines der ältesten Rokoko-Theater Schwedens eine Serie von einzigartigen musikalischen Begegnungen, die ihre Hörer aus ihren konventionellen Hörgewohnheiten herauslocken.

Dank seiner Begeisterung für Kammermusik gibt Hugo Ticciati regelmäßig Rezitals bei Festspielen (Kuhmo, Edinburgh, Gstaad, Baltic Sea) und in Konzertsälen überall in Europa, und häufig sind auch noch Kollegen wie Anne Sofie von Otter, Steven Isserlis, Angela Hewitt und Olli Mustonen mit von der Partie.

Einer der Höhepunkte im vergangenen Jahr war ein Aufenthalt in einem Ashram am Fuße des Himalaya, wo er jeden Morgen sang, den Tag über meditierte, den Fußboden fegte und abends im Schneidersitz am Feuer saß und für ein paar barfüßige Mönche Bach spielte. Ihn interessiert einfach alles und sein musikalischer Geschmack reicht von meditativen indischen Ragas über die Musik der größenwahnsinnigen Rock-Band Muse (hört er sehr laut) bis zu den Liedern von Richard Strauss (hört er noch lauter!).

Programm

Werke von
Arvo Pärt, Johann Sebastian Bach und Richard Strauss